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Mit ihrer Lage an der Eintrittspforte
von Medikamenten und anderen körperfremden Substanzen,
die über den Magen-Darm-Trakt in unseren Körper
gelangen, und mit ihrer reichen Ausstattung an entgiftenden
Enzymen spielt die Leber eine zentrale Rolle im Schutz
vor potentiell toxischen Substanzen. Ohne chemische
Veränderung durch die Enzymmaschinerie der Leber
könnten viele Medikamente und Umweltgifte nicht
entgiftet und nach ihrer Aufnahme wieder aus dem Körper
eliminiert werden. Indem sie die Konzentration von
Wirkstoffen an ihrem Zielorgan weitgehend bestimmt,
reguliert die Leber zu einem grossen Teil die Wirkungsdauer
und die Nebenwirkungen von vielen Medikamenten. Ist
die Leberfunktion infolge Lebererkrankung als Ganzes
oder infolge genetischer Varianten oder Begleitmedikation
in Teilaspekten eingeschränkt, kann sich das
Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil eines Medikamentes
verändern, was die verschreibenden Aerztinnen
und Aerzte berücksichtigen müssen.
Da die Leber als erstes Organ Fremdstoffen
ausgesetzt ist, und sie diese nicht nur entgiftet,
sondern paradoxerweise manchmal auch giftiger machen
kann, ist die Leber ein häufiges Ziel von unerwünschten
Medikamentenwirkungen, die bis zum Leberversagen führen
können. Viele Medikamente mussten wegen nicht
selten tödlich verlaufender Leberschädigung
vom Markt genommen werden.
Die Gruppe von Prof. Lauterburg
befasst sich mit der Verstoffwechselung von Medikamenten
und den Mechanismen, über die Medikamente unvorhergesehen
zu schweren Leberzellschädigungen führen
können. Ihr besonderes Interesse gilt den Faktoren,
die toxische Metabolite von Medikamenten und andere
körperfremde Substanzen entgiften und den Mechanismen,
die bei gewissen Patienten zu einem Zusammenbruch
dieser Abwehrfront gegen toxische Stoffwechselprodukte
führen. Ein besseres Verständnis dieser
Entgiftungsvorgänge wird es ermöglichen,
noch sicherere Medikamente zu entwickeln
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