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Kupfer und Leberkrankheiten: Prof. M. Solioz
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Der Organismus braucht Kupfer - aber zuviel ist auch gefährlich!

Kupfer wurde als erste Metall schon vor 7000 Jahren vom Menschen verarbeitet. Es ist aber auch ein notwendiges Spurenelement in unserer Ernährung (nach Eisen und Zink, das dritthäufigste Spurenelement). Der tägliche Bedarf eines Menschen an Kupfer liegt zwischen 1.5 und 3.0 mg. Kupfer wird im Darm aus der Nahrung aufgenommen, in die Leber transportiert und von dort an die anderen Organe verteilt. Eine Unterversorgung mit Kupfer führt zu Symptomen wie Blutarmut, verzögerter Wundheilung und Bindegewebsschwäche. Überschüssiges Kupfer wird via Galle mit dem Stuhl ausgeschieden.

In einer seltenen (1 in 30'000) Erbkrankheit, dem Morbus Wilson, kann die Leber überschüssiges Kupfer nicht ausscheiden. Es häuft sich in der Leber und im Gehirn an. Dies führt zu einer Leberschädigung, die schlussendlich zum Tod führen kann. Im Gehirn führt es zu neurologischen Störungen, kann sich aber auch als psychische Krankheit manifestieren.

Kayser-Fleischer Ring: Kupferablagerung in der Iris bei M. Wilson


Wir bearbeiten drei Problemkreise des Kupfermetabolismus:
Vertiefung des Verständnisses der Kupferhomöostase
Identifikation von Biomarker des Kupferstatus
Neue Diagnosemethode für Morbus Wilson

Kupferhomöostase
Für die Aufnahme von Kupfer gibt es spezielle Transportsysteme, beim Menschen Transportproteine der Ctr Familie und in Bakterien kupfertransportierende ATPasen. Aufgenommenes Kupfer wird im Zytoplasma sofort an spezielle Eiweisse - Kupfer-Chaperone - gebunden. Weitere spezifische Transportsysteme übernehmen die Weiterleitung von Kupfer an andere Zellbestandteile oder bauen es in Kupferhaltigge Enzyme ein. Bei Kupferüberschuss wird das Metall aus der Zelle transportiert.

Die meisten Bausteine des Kupferstoffwechsels sind hochkonserviert und evolutionär sehr früh entstanden. So finden sich die selben Komponenten in Bakterien, über Pflanzen, bis zum Menschen. Wir studieren molekulare Mechanismen des Kupferstoffwechsels an zwei bakteriellen Modellsystemen, Enterococcus hirae und Lactococcus lactis. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Labor-Webseite

Biomarker
Es gibt keine Methode um bei Mensch oder Tier einen leichten Kupfermangel oder Kupferüberschuss zu messen. Wir versuchen daher Indikatoren des Kupferstatus zu identifizieren. Solche sogenannten Biomarker sind körpereigene Proteine, die auf den Kupferhaushalt reagieren. Mittels zweidimensionaler Gele analysieren wir in einem Tiermodell die Zusammensetzung der Darmmembran unter verschiedenen Kupferbedingungen. Dabei sehen wir dass gewisse Komponenten je nach Kupferaufnahme erhöht bzw. erniedrigt werden. Obwohl die Funktion dieser Proteine nicht bekannt ist, können sie als Biomarker dienen.

Ausschnitt aus einem zweidimensionalen Gel von Bürstensaummembranen. Jeder Fleck repräsentiert ein Protein dieser Membran.

Morbus Wilson Diagnose
Die eindeutige Diagnose von Morbus Wilson ist oft nicht einfach und erfordert meist eine Leberbiopsie. Um eine einfachere Diagnosemethode zu entwickeln, suchen wir andere Marker für diese Krankheit. Dazu analysieren wir die Zusammensetzung des Blutserums von Wilson Patienten indem wir dieses mit einer neuen Technologie extrem auftrennen. Dadurch können Hunderte von Komponenten des Serums gemessen werden und solche identifiziert werden, die sich spezifisch aufgrund der Wilsonkrankheit verändert haben. Solche Marker könnten später eine einfache Diagnose des Morbus Wilson an einer Blutprobe ermöglichen.

Gerät zur hochauflösenden Auftrennung von Serum

Links:

 
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Institut für Klinische Pharmakologie
Universität Bern

Murtenstrasse 35,
Postfach 49
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0041 (0)31 632 31 91
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